Der 1. Mai in Dortmund

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Die Frage, wie reagiert man angemessen auf einen Naziaufmarsch am 1.Mai, ist nicht einfach zu beantworten. Lässt man den Tag der Arbeit sich von den Nazis nehmen und läuft ihnen nach oder begeht man ihn gebührend im eigenen Sinne?

Dortmund Nazifrei hat sich im Vorfeld intensiv mit dieser Frage beschäftigt und ist zu dem Entschluss gekommen am Vortag die Demoroute gegen Nazis zu gestalten, um ihnen zu zeigen, dass sie hier unerwünscht sind und was wir von ihnen halten. Unsere Plakate sind und waren auch ein Signal an die Anwohner. Sie in ihrer Ablehnung des Aufmarsches zu unterstützen. Ein Signal, dass soweit wir Rückmeldungen haben auch angekommen ist.

Am 1. Mai haben wir uns bewusst dafür entschieden, den Nazis die gewünschte Aufmerksamkeit nicht zu schenken. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich in diesem Jahr der Tag der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser am 2. Mai zum 80. Mal jährte, war es wichtig sich diesen Tag nicht von den Nazis wegnehmen zu lassen. Die hohe Beteiligung an der Demo (3.500 Teilnehmende) und dem Familienfest im Westfalenpark (10.000 Teilnehmende) des DGB hat uns im nach hinein in unserer Entscheidung bestärkt. Wir wollten damit auch ein klares Signal zur Unterstützung des DGB und der Gewerkschaften in Dortmund setzen. Denn sie sind es deren Abschaffung Nazis fordern, deren 1. Mai Aufzug, 2009 von Nazis angegriffen wurde.

Auch wenn es nur schwer hinzunehmen ist, dass 450 Nazis in Körne marschieren konnten. Schwer würde aber auch wiegen, wenn zum gleichen Zeitpunkt da Nazis in Dortmund die Abschaffung der Gewerkschaften fordern nur eine eher kleine Gruppe an Bürgern den 1.Mai der Gewerkschaften besuchen würde.

Uns ist es wichtig Menschen zu mobilisieren sich in unterschiedlicher Weise, je nach persönlicher Zielsetzung, gegen Nazis zu engagieren. Deswegen haben wir den Film „Blut muss fließen“ am 29. April in Dortmund bei insgesamt 5 verschiedenen Veranstaltungen gezeigt. Auf allen Veranstaltungen, auch in den Schulen, haben wir auf alle stattfinden Aktionen gegen den Naziaufmarsch hingewiesen. Wir haben die DGB 1.Mai Kundgebung beworben und die Antifa-Demo und die DSSQ-Demo genannt und dazu aufgerufen sich zu beteiligen. Auch diese Veranstaltung war mit mehr als 500 BesucherInnen in unseren Augen eine erfolgreiche Aktion gegen den stattfindenden Naziaufmarsch.

Gerade als Bündnis, das in einem eher bürgerlichen, demokratischen Spektrum verankert ist, ist es uns wichtig, Antifaschismus nicht als eine eindimensionale Aktionsform zu beschreiben, bei der es eine richtige Form gibt. Vielmehr wollen wir alle Möglichkeiten von friedlichen Aktionen gegen Naziaufmärsche unterstützen. Dazu überlegen wir nach wie vor sehr intensiv mit welchen uns zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten wir handeln und agieren können.

Dies bedeutet aber nicht, dass wir in Anspruch nehmen unsere Reaktion sei die einzig richtige. Wir respektieren und achten auch alle anderen friedlichen Aktionen, die an diesem Tag gegen den Naziaufmarsch durchgeführt wurden. Es gibt keine richtigen und falschen oder wertvolleren und nutzlosen Aktionen gegen rechts.

Auf dieser Basis laden wir ein, sich bei zukünftigen Naziaufmärschen wieder entsprechend abzusprechen und zu kommunizieren. Den in unseren Augen notwendigen Dialog zu führen.

Denn nach dem Naziaufmarsch ist leider vor dem Naziaufmarsch.

Ein Überblick

ene-mene-nazifrei-vorbei.inddAuf unsere Facebookseite haben wir ja bereits zeitnah das heutige Geschehen dargestellt:

Die gewerkschaftliche 1. Mai Demo startet um 10:30 Uhr Ecke Weddepoth/Kampstr. Wie in den letzten Jahren auch, wird es auch diesmal einen Jugendblock geben. Unter dem Motto “Schöner Leben ohne Nazis” läuft der Jugendblock vorweg. Plakate, Fahne etc. werden diesen Block entsprechend gestalten.
Dortmund Nazifrei wird hier teilnehmen. 80 Jahre nach der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser durch SA und Polizei, der Verschleppung und Ermorderung von GewerkschafterInnen, wollen Nazis provozieren in dem sie am 1.Mai in Dortmund marschieren. Sie wollen durch ihren Aufmarsch die Bedeutung des 1.Mai verändern. Dem gilt es entgegen zu wirken. Eine große und sichtbare 1.Mai Demonstration und Feier im Westfalenpark ist auch ein Signal für eine große und starke demokratische Bewegung. Eine Bewegung, die die Nazis am 02. Mai 1933 nicht vernichten konnten.

Das Bündnis “Dortmund stellt sich Quer” hat für 11:00 Uhr einen Treffpunkt in der Martha-Gillesen-Str./Ecke Schützenstr. angemeldet.
Um 10:00 UIhr wollen sich antifaschistische Gruppen am Hauptbahnhof/Nordausgang treffen.

Die Nazis treffen sich an der Friedrich-Uhde-Str.  Ab12:00 wollen sie am Hauptbahnhof einen Infopunkt einrichten um Anreisende zu ihrem Sammelpunkt zu lotsen.

Gestern Abend haben wir mit vielen Menschen entlang folgender Strassen unsere Plakate aufgehängt: Am Zippen, Körner Hellweg, Am Zehnthof, Lange Reihe und S-Bahn Körne-West.

Nun auf zum 1. Mai.

“Blut muss fliessen”, der Film am 29.04.2013 um 19:30 Uhr im FHH

Liebe Freundinnen und Freunde,blutmussfliessen

wir möchten euch einladen zu einer Filmvorführung. Im Vorfeld des geplanten Aufzugs der Nazis am 01. Mai zeigen wir in Kooperation mit unseren Kooperationspartnern den Film: „Blut muss fließen“ . Am 29.April um 19:30 im Fritz-Henßler-Haus.

„Blut muss fließen“

Undercover unter Nazis

Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Neonazis toben und die Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Als Thomas Kuban zum ersten Mal ein Rechtsrock – Konzert mit versteckter Kamera dreht, ermöglicht er Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender hineinwagt. Sechs Jahre später hat er rund vierzig Undercover-Drehs hinter sich, auch in Ländern jenseits deutscher Grenzen. Ein Lied begegnet ihm auf seiner „Konzerttournee“ immer wieder: „Blut muss fl ießen knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik…“. Hochbrisant ist das Material, das Thomas Kuban im Lauf der Jahre zusammengetragen hat – einzigartig in Europa,wahrscheinlich sogar weltweit.

Mit Rechtsrock junge Menschen zu ködern und zu radikalisieren – diese „Masche“ zieht bei erschreckend vielen jungen Menschen. Längst hat sich rund um die Musikveranstaltungen auch ein blühender Markt entwickelt: CD’s der einschlägigen Bands werden in Eigenregie produziert und in Szeneläden oder über das Internet verkauft. Mit rechtsextremen Merchandising – Artikeln ist das nicht anders. Auf diese Weise wird zugleich Geld für die Expansion der „Bewegung“ generiert.

Im Anschluss an diesen Film besteht die Möglichkeit mit dem Autor Peter Ohlendorf zu sprechen.

Wir wollen diese Filmvorführung auch dazu nutzen über den anstehenden Aufmarsch der Nazis in Dortmund am 01. Mai und die geplanten Aktionen dagegen, zu informieren.

Hier gibt es die Einladung, die ihr gerne weiterverteilen könnt. blutmussfliessenNeu

Ach ja und für ungebetene Gäste noch dieser Hinweis:

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen,die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Kundgebungen der Nazis am Samstag den 30.03.

Liebe Freundinnen und Freunde,wand

am Samstag hat die Partei die Rechte in Dortmund 3 Kundgebungen angekündigt:

13.00 – 13.45 Uhr    vor dem Haus Dorstfelder Hellweg 108

14.15 – 15.15 Uhr    Westerfilde (Westerfilder Str./Ecke Specke)

15.45 – 18.00 Uhr    Huckarder Marktplatz

Siehe hierzu auch http://www.ruhrbarone.de/nazis-melden-drei-kundgebungen-fuer-samstag-an/

UPDATE:

Der KV Dortmund der Grünen hat folgende Kundgebung angemeldet:

Samstag, 30. März 2013, 12.45 bis 14.00 Uhr
Gegendemo “Gegen Rechts – Roma schützen”
Dorstfelder Hellweg/Ecke Heyden-Rynsch-Straße

Standort: Vor dem ehemaligen TNT-Club, Heyden-Rynsch-Straße 2

Gegenveranstaltung zu Pro NRW am 13.3. um 10:50 Uhr in Dortmund Hacheney

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Jeder Mensch, der in unsBrauneTonneerem Land lebt oder als Fremder zu uns kommt – sei es auch nur vorübergehend – hat Anspruch auf eine menschenwürdige Behandlung und ein faires Asylverfahren. Asyl ist ein Menschenrecht, verankert in unserem Grundgesetz und der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen.

Es gab bei uns in unserer Geschichte unaussprechliche Gräueltaten – gegen Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und psychisch kranke Menschen. „Pro NRW“ knüpft mit ihrer Propaganda-Tour durch NRW an diesen  menschenverachtenden Geist an. Sie versuchen, unter dem Deckmantel von sozialen Phrasen ihren Hass gegen Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten und Andersdenkende zu rechtfertigen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, fallen Sie bitte nicht auf diese widerliche rechte Methode herein. Geben Sie diesen Rechtspopulisten keine Gelegenheit, einen Keil zwischen uns und unsere gemeinsamen Werte und ein friedvolles, demokratisches Zusammenleben zu treiben. Unsere offene, vielfältige Gesellschaft, auf die wir zurecht stolz sein können und die unser Land liebenswert macht, hat keinen Platz für Biedermänner, die sich als geistige Brandstifter entpuppen und den Boden bereiten für diejenigen, die zu Mördern geworden sind.

Wir laden Sie ein mit Uns und vielen Anderen Ihnen entgegenzutreten und Ihnen den öffentlichen Raum für ihre unsägliche Propaganda streitig zu machen. Deren geistiger Müll darf nicht unwidersprochen bleiben!

 Gegenveranstaltung zu Pro NRW am 13.3. in Dortmund Hacheney, an der Erstaufnahmestelle, in der Glückaufsegenstr. 60, ab 10:50 Uhr.

 Im Rahmen ihrer Kampagne „Volksinitiative – Asylmissbrauch stoppen“ plant die Rechtspopolistische PRO NRW am 13.3.2013 ab 11.00 Uhr an der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes NRW, eine Kundgebung gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Wir „Dortmund Nazifrei“ wollen vor Ort sein und zeigen, dass wir ihre Menschenverachtenden Ansichten nicht dulden.

 Da auch mehrere andere Organisationen und Bündnisse dorthin mobilisieren, gehen wir davon aus, dass wir genügend Gegendemonstranten sein werden, um sie einzuzingeln und ihnen Lautstark unsere Meinung zu sagen oder pfeifen. Trillerpfeifen, Vuvuzelas, Trommeln und alles andere was Krach macht ist zu der Aktion natürlich sehr willkommen.

 

Dortmund Nazifrei

Pro-NRW in Dortmund am 13.03.2013

Am Mittwoch den 13.03. will Pro-NRW in Hacheney in der Nähe der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber ihre rassistische Kampagne gegen Asylbewerber bewerben.

Die Pro-NRW Leute wollen laut ihrer Homepage ab 11:00 Uhr in der Glückaufsegenstr. 60 für ihre “Volksinitiative” werben.

Da viele unserer UnterstützerInnen einer geregelten Arbeit nachgehen, was diese Pro-NRW Leute offenbar nicht tun, wird es nicht einfach sein, ihnen ihre Aktion zu verleiden. Wir werden mobilisieren was geht und uns beim nächsten Treffen der “Großen Runde” darüber unterhalten welche Aktionen möglich sein werden.

Das nächste Treffen der “Großen Runde” findet am 05. März um 19:00 Uhr statt.

Dortmund Nazifrei

Zwischenruf zur Stadionordnung des BVB

Den Angriff auf Thilo Danielsmeyer und Jens Volke und die damit entstandene Diskussion um die Stadionordnung nimmt “Dortmund Nazifrei – Bündnis demokratisches Dortmund” als Anlass für einen Zwischenruf an die Verantwortlichen beim BVB.

Liebe Verantwortliche beim BVB, der feige Angriff auf Thilo Danielsmeyer vom FanProjekt und den Fanbeauftragten Jens Volke macht erneut deutlich, wie wichtig es ist, dass der BVB  auch mit seiner Stadionordnung  sich dem Rechtsextremismus entgegenstellt.

Die menschenverachtende Einstellung von Rechtsextremen ist kein Problem, das sich mit einer „Kleiderordnung“ im Stadion lösen lässt. Darum ist es richtig, das Stadion gegenüber menschenverachtender Ideologie zu schließen und bekannte Rechtsextreme sowie rassistische, nationalistische und antisemitische Ideologien aus dem Stadion zu verbannen.

Aber, liebe BVB-Verantwortliche, seid Ihr da nicht ein wenig über das Ziel hinausgeschossen?

„(…) (a) die links‐ und/oder rechtsradikalen Parteien, Vereinigungen oder Organisationen angehören und/oder (b) eindeutig der links‐ und/oder rechtsradikalen Szene zuzuordnen sind und/oder (c) bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, diskriminierende, gewaltverherrlichende, diffamierende oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren, von dieser auszuschließen und/oder – auch im Vorfeld – ein örtliches Stadionverbot auszusprechen; § 8 Abs. 7 gilt entsprechend.“

Was, bitteschön, sind “linksextreme Tendenzen”, die gleich mit ausgeschlossen werden sollen? Gab es Übergriffe von „Linksextremen“, gibt es überhaupt Stadionverbote gegen „Linksextreme“? Ehrlich gesagt, liebe BVB-Verantwortliche, würden wir von Dortmund Nazifrei es sehr begrüßen, wenn Ihr das Problem mit Nazis in eurem Stadion tatsächlich mal in den Griff bekämt. Es wäre echt toll, wenn ihr euch diesem Problem umfassend widmen würdet, statt mit dieser Stadionordnung ein vermeintliches Problem zu benennen, das nicht existent ist.

Wir fragen uns übrigens, ob ein Heinrich Czerkus nach eurer Stadionordnung wohl als Kommunist auch mit einem Stadionverbot belegt würde. Das ist doch wohl nicht euer Ernst!