Dortmund nazifrei!

Bündnis demokratisches Dortmund

Unsere Bilanz des 03. Septembers

Wir ziehen eine positive Bilanz unserer Aktivitäten am 03. September. Besonders erfreut sind wir über unsere erfolgreiche Blockade an der Pauluskirche. Über 100 Dortmunderinnen und Dortmunder haben über viele Stunden  bei enormer Hitze ausgeharrt und damit die Schützenstraße nazifrei halten können.
Auch wir konnten den Aufmarsch der Nazis am Samstag nicht verhindern und damit nicht alle unsere Ziele erreichen. Angesichts der im Vorfeld von Einigen geäußerten Skepsis über die Durchführbarkeit von Sitzblockaden, sind wir jedoch erfreut, die Erwartungen Vieler übertroffen zu haben.
Wir haben die erste erfolgreiche Blockade Dortmunds durchgeführt und diese über sechs Stunden halten können. Damit haben wir eine Änderung der Nazi-Route erzwungen. Der Aufmarsch musste von der für das Quartier bedeutenden Schützenstraße auf eine kleine Nebenstraße verlegt werden. Während im gesamten Umkreis das öffentliche Leben weitestgehend stillstand feierten wir gemeinsam mit den Anwohnern und Anwohnerinnen der Schützenstrasse ein buntes Fest.
Wir empfinden dies als großen Erfolg.

Wir bedanken uns daher sehr herzlich bei den vielen Anwohnerinnen und Anwohnern, die sich uns spontan anschlossen und bei den örtlichen Gastronomen, die sich mit uns solidarisch zeigten und uns verpflegten. Auch der Pfarrer der Paulusgemeinde erklärte uns seine Unterstützung. Wir spürten die Bevölkerung an unserer Seite.
Unser Konzept gewaltfrei, kreativ und entschlossen vorzugehen hat gewirkt!
Wir sind überzeugt, dass es nicht funktionieren kann einen gesamten Stadtteil einzupferchen, wenn die Zivilgesellschaft zusammenhält. Die ausgelassene Stimmung auf unserer Sitzblockade ist Beispiel einer lebendigen, demokratischen und wehrhaften Bürgerschaft. Als verantwortungsvolle Bürgerinnen und Bürger reinigten wir nach der wirkungsvollen Blockade unseren Sammlungspunkt von Müll, hinterließen einen ordentlichen Platz und freuten uns angesichts dieses Erfolges.
Im Prinzip der friedlichen Blockaden sehen wir eine Strategie für die Zukunft.

Vor Ort erlebten wir einen souveränen Umgang der Polizei mit unserer Blockade, der von kontinuierlichen Verhandlungen und offener Kommunikation geprägt war. Dies ist zu begrüßen und entspricht unseren Erwartungen an die Polizei eines demokratischen Rechtsstaates.
Umso mehr bedauern wir, dass es bei der ebenso friedlichen Blockade unweit der Unsrigen, zu einem unverhältnismäßigem Einsatz und der Anwendung unnötiger Gewalt durch die Polizei gekommen ist.
Die Verantwortung für die spürbar aufgeheizte Stimmung in Dortmund – wie vom Polizeipräsidenten am Demotag suggeriert – auch unserem Aufruf zu friedfertigen Blockaden anzulasten, geht angesichts der von uns praktizierten bunten und lebendigen Form zivilen Ungehorsams an der Realität vorbei.

Um 12 Uhr startete an der Katharinentreppe die Großdemonstration der Dortmunder Bürgerinnen und Bürger in die Nordstadt. Die gemeinsame Mobilisierung des Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus und Dortmund nazifrei! hat zu einer riesigen Demo geführt, deren Ausmaße die früheren Jahre bei weitem übertrafen. Auf der Kundgebung von Dortmund nazifrei! um 09 Uhr hatten bereits einige hundert Menschen teilgenommen.
Damit haben die Demokratinnen und Demokraten das klare Zeichen gesetzt: Dortmund bleibt unsere Stadt.

Die Ereignisse auf dem Wilhelmsplatz beim Friedensfest der Stadt Dortmund lösen bei uns Unverständnis und Empörung aus. Während der Nazi-Aufmarsch von 5000 bundesweit angeforderten Polizistinnen und Polizisten beschützt wurde, waren für den Schutz dieses zivilgesellschaftlichen Festes lediglich 10-15 Polizistinnen und Polizisten abgestellt. Etwa 40-50 Nazis konnten daher von der Polizei ungehindert und den Wilhelmsplatz drängen, sodass die Bürgerinnen und Bürger ihnen schutzlos ausgeliefert waren.
Dieses Versagen mit einer „kleinen Kommunikationspanne“ zu erklären, halten wir der Situation nicht für angemessen, da sie auch zu massiven Übergriffen und Körperverletzungen auf die anwesenden Bürgerinnen hätte führen können. Hier entstand der Eindruck, als schütze die Polizei die Nazis, nicht aber die Demokraten.

Presseberichterstattung zum 03. September

Bild unserer Sitzblockade

Bild unserer Sitzblockade mit etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern

Der WDR berichtet ausführlich, u.a. einige schöne Bilder von unserer Sitzblockade. Auch DerWesten hat ein Video erstellt.

Zahlreiche Artikel findet ihr bei DerWesten, den Ticket der RuhrNachrichten hier. Auch Spiegel-Online berichtete.

Fotos sind unter anderem hier zu finden.

Zwischenbilanz (12 Uhr): Demonstrationsgeschehen

Zur bisherigen Situation in Dortmund gibt Dortmund nazifrei bekannt:

Dortmund nazifrei! ist als junges, neu gegründetes Bündnis zufrieden mit dem bisherigen Verlaufes seiner Aktivitäten.

Dortmund nazifrei! hat seit Wochen eine Blockade innerhalb des Sperrbezirkes geplant und dafür ausreichend Übernachtungsplätze bereitgestellt. Ab 9:15 Uhr kamen mehrere Gruppen von Dortmund nazifrei! koordiniert aus unterschiedlichen Teilen der Nordstadt an der Kirchenstraße / Schützenstraße zusammen und bildeten dort eine friedliche Sitzblockade. Die Sitzblockade ist seitdem stark angewachsen, viele Bewohnerinnen und Bewohner der Nordstadt haben sich angeschlossen. Über 100 Bürgerinnen und Bürger blockieren dort die von der Polizei angedachte Route der Neonazis. Die Sitzblockade ist laut, fröhlich, bunt und friedlich. Die Kooperation mit der Polizei verlief dort bislang zufriedenstellend.

Die erfolgreiche, friedliche Sitzblockade von Dortmund nazifrei! wertet das Bündnis als riesen Erfolg.

Obwohl einer großen Zahl von Bürgerinnen und Bürgern der Zugang zur Kundgebung von Dortmund nazifrei! an Schützenstraße / Goethestraße verweigert wurde, schafften es dennoch 300 Bürgerinnen und Bürger zur Kundgebung zu gelangen. Anreisenden wurde der Umstieg auf die U-Bahn verweigert, auch Bürgerinnen und Bürger, die zu Fuß oder per Fahrrad zur Kundgebung gelangen wollten, wurde der Zugang verwehrt. Auf Grund der vielen enttäuschten DemonstrantInnen, die nicht zum Kundgebungsort kamen, stand das Infotelefon von Dortmund nazifrei! in dieser Zeit nicht still.

Viele Kundgebungsteilnehmer von Dortmund nazifrei! sind nach Beendigung der Kundgebung  in einer von Sabine Poschmann angemeldeten Spontandemonstration zur Steinwache gezogen. In Sicht- und Rufweite der Nazis konnten die Teilnehmer ihren Unmut äußern.

 

Eine ausführliche Presserklärung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Redner der Kundgebung & Unterstützer

Redner unserer Kundgebung um 9 Uhr an der Schützenstraße Ecke Goethestraße werden sein:

Ullrich Sierau, Oberbürgermesister der Stadt Dortmund
Guntram Schneider, Landesminister für Arbeit und Integration
Marie Dazert, Sprecherin Grüne Jugend NRW
Sophie Niehaus, SJD-Die Falken Dortmund

Anschließend werden wir gemeinsam zur Großdemo um 12 Uhr an den Katharinentreppen ziehen.
Wir freuen uns außerdem, dass sich auch die NRW-SPD, interAktion e.V., VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein, die Schwusos Dortmund und das Team des Ringlokschuppens Mühlheim in die Liste unserer Unterstützerorganisationen eingereiht haben.

Unter “Material” findet ihr jetzt unseren kleinen Infoflyer zu Verhalten auf Demonstrationen sowie eine aktuelle Version unseres Aufrufes zum Verteilen.

Aktuelle Infos am 03. September bei twitter

Am 03. September gilt es flexibel zu reagieren und einen Überblick über die Situation in unserer Stadt zu behalten. Wir empfehlen euch daher uns bei twitter zu folgen, um aktuelle Infos zu erhalten.

Stellungnahme zur gegenwärtigen Diskussion über Sitzblockaden und zivilen Ungehorsam

Dortmund ist in Bewegung!

Am 03. September werden voraussichtlich 1000 Nazis nach Dortmund reisen um die Straßen unserer Stadt für ihre Propaganda zu missbrauchen. Mit nahezu täglichen Einschüchterungen und körperlichen Angriffen auf politisch engagierte Bürger verbreiten sie bereits im Vorfeld ihres Aufmarsches ein Klima der Angst in unserer Stadt.

Doch Dortmund ist in Bewegung. In der Stadt wächst die Bereitschaft, dem rechten Spuk ein Ende zu setzen, selbst aktiv zu werden und für ein demokratisches Dortmund ohne Nazis und Naziaufmärsche einzutreten.  Ziviler Ungehorsam ist Stadtthema geworden. Sitzblockaden als Mittel des zivilen Ungehorsams zur Verhinderung dieses und zukünftiger Nazi-Aufmärsche finden mehr und mehr Anhänger in breiten Schichten der Bevölkerung.

Die Kampagne der Dortmunder Polizei scheint das Gegenteil ihres eigentlichen Zweckes zu bewirken: Die Aufmerksamkeit für Sitzblockaden ist hoch wie nie.

Die Polizei bewegt sich mit ihren einseitigen Stellungnahmen am Rande des Neutralitätsgebotes und erregte damit den unmittelbaren Widerspruch der Staatsanwaltschaft. Dieser offen ausgetragene Dissens der Strafverfolgungsbehörden als Folge der von der Polizei initiierten und in dieser Stadt einmaligen Plakatkampagne trägt weniger zur Aufklärung als zur Verunsicherung bei.

Wir respektieren die Rolle der Polizistinnen und Polizisten am 03. September. ‚Dortmund nazifrei! Bündnis demokratisches Dortmund‘ hat sich ausdrücklich unter der Maßgabe der Friedlichkeit und Gewaltlosigkeit gegründet. Das Bündnis verwehrt sich daher gegen die von der Polizei suggerierte Gleichsetzung von Blockaden mit Gewalttätigkeit und Unfriedlichkeit.

Wir sehen die Ausübung zivilen Ungehorsams als friedliches Mittel der demokratischen Meinungsbekundung,  die gerade dem Ziel dient unser Grundgesetz und die freiheitlich-demokratische Grundordnung vor ihren Feinden zu schützen.

‚Dortmund nazifrei! – Bündnis demokratisches Dortmund‘ will den ziviler Ungehorsam und die Notwendigkeit von Sitzblockaden auch zum Gegenstand seiner Kundgebung machen und in den Redebeiträgen thematisieren. Zur Kundgebung erwarten wir etwa 150 Teilnehmer und rufen die Dortmunderinnen und Dortmunder zur zahlreichen Beteiligung auf:

Kundgebung Dortmund nazifrei!

03. September, 09 – 11 Uhr

Schützenstraße Ecke Goethestraße

Kundgebung von Dortmund nazifrei!

Dortmund ist in Bewegung! Ziviler Ungehorsam ist Stadtthema geworden. Die Titelseiten der Dortmunder Zeitungen diskutieren die Aufrufe zu Sitzblockaden gegen den Nazi-Aufmarsch am 03. September. In der  Bevölkerung wächst der Unmut über die unerträglichen Gewaltausschreitungen der Rechtsextremen und die Bereitschaft, selbst aktiv zu werden und für ein demokratisches Dortmund ohne Nazis und Naziaufmärsche einzutreten. Nach einer Umfrage der RuhrNachrichten zu Blockaden sind zwei Drittel der Abstimmenden der Auffassung, dass man sich den Nazis entgegenstellen müsse.

Ziviler Ungehorsam und Sitzblockaden werden auch Gegenstand unserer Kundgebung sein und in unseren Redebeiträgen thematisiert.

Wir können euch nun den von Vielen sehnlich erwarteten  Treffpunkt von ‘Dortmund nazifrei! – Bündnis demokratisches Dortmund’ bekanntgeben. Wir rufen euch auf zu unserer Kundgebung:

Samstag, 03. September

09 – 11 Uhr

Schützenstraße Ecke Goethestraße

Verbreitet Ort und Zeit und erscheint zahlreich!

Übernachtungsplätze in Dortmund, Infos zum Antikriegstag

Für diejenigen, die nach Dortmund anreisen, an den Aktionen von Dortmund nazifrei! teilnehmen möchten und die Inhalte unseres Aufrufes teilen, stellen wir Übernachtungsplätze von Freitag auf Samstag in ausreichender Zahl zu Verfügung. Interessierte melden sich bitte mit einigen Infos zur Person bei info@dortmund-nazifrei.de

Das alerta!-Bündnis hat auf Indymedia eine informative Zusammenstellung der verschiedenen antifaschistischen Protestaktionen zur neonazistischen Demonstration veröffentlicht.

Auch die  Aktion 65 plus rufen zur Teilnahme an Blockaden am 03. September auf und beziehen sich dabei auf die Aktivitäten unseres Bündnisses.

 

Weitere Presseberichterstattung

Auch die RuhrNachrichten udn Lokalkompass berichten über unser Vorhaben, sich am 03. September den Nazis in den Weg zu stellen.

Aktuelle Infos

Die symbolische Sitzblockade auf dem Friedensplatz war ein voller Erfolg. Auch bei unserem gestrigen Bündnistreffen waren Viele aus den verschiedensten Bündnissen und Bereichen des Lebens dabei.

Die umfangreiche Presseberichterstattung und die große Unterstützung machen Mut, dass wir am 03. September  ein starkes Zeichen gegen Rechts setzen können mit dem Ziel den Nazi-Aufmarsch zu blockieren.

Was passiert am 03. September?

Um den unterschiedlichen Vorstellungen der BürgerInnen einer angemessen Aktionsform gerecht zu werden, werden sich am 03. September verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten anbieten, die wir hier kurz anschneiden.

1)      Friedlicher Blockadeversuch am Morgen: Samstagmorgen werden sich einzelne Gruppen („Finger“) außerhalb des gesperrten Bereiches auf dem Weg in die Nordstadt machen. Diese Gruppen (genannt: Finger) werden von Verantwortlichen von Dortmund nazifrei! koordiniert und stehen in Kontakt mit einem zentralen Orga-Büro, das aktuelle Informationen über die Lage weitergibt.

2)      Demo gegen Rechts am Mittag:Wir rufen außerdem zur Teilnahme des Demonstrationszuges des AK gegen Rechtsextremismus auf. Dieser wird um 12 Uhr südlich des Hauptbahnhofes starten und in der Nordstadt enden.

Lässt sich eine Blockade ermöglichen?

Wir wollen mehr als ein symbolisches Bekenntnis ablegen, unser Ziel ist es den Nazi-Aufmarsch zu verhindern. Die Erfahrung aus anderen Städten stimmt zuversichtlich, dass dieses Vorhaben erfolgreich sein kann. Findet sich eine ausreichende Zahl an Bürgerinnen und Bürgern zu friedlichen Sitzblockaden zusammen, kann eine Nazi-Demonstration nicht stattfinden und muss abgesagt werden.

Die Dortmunder Nordstadt wird großräumig abgesperrt sein, um die Nazi-Demonstration abzuschirmen. Um eine erfolgreiche Sitzblockade durchzuführen, müssen wir jedoch auf die Demoroute in der Nordstadt gelangen. Wir wollen dabei strikt friedlich und gewaltlos bleiben. Wir wollen eine Blockade daher nicht um jeden Preis erreichen. Auch der Weg ist ein Ziel. Dresden brauchte knapp 10 Jahre um zu heutigen Erfolgen zu kommen. Was wir bereits zu diesem Zeitpunkt auf die Beine gestellt haben, hat es in dieser Stadt noch nicht gegeben und ist bereits ein Wert an sich.

Wann und wo treffen wir uns am 03. September?

Genaue Informationen zu den oben genannten Aktionsformen können und wollen wir zu diesem Zeitpunkt nicht öffentlich bekannt machen. Wir werden einen Sammelpunkt eines „Fingers“ über unsere Homepage bekannt geben. Die weiteren Treffpunkte werden wir lediglich intern weitergeben.

Informationen erhaltet ihr auch über twitter.

Wie bekomme ich Informationen?

Um die Adressaten überschauen zu können und zeitnah und flexibel Informationen verteilen zu können, nutzen wir einen eMail Verteiler. Interessierte können sich per eMail mit ihrem Namen bei uns melden. Damit werden wir euch über Treffpunkte und die aktuelle Lage am 03. September auf dem Laufenden halten.

Welche Veranstaltungen finden im Vorfeld statt?

Im Vorfeld werden wir sowohl einige Infostände zur Mobilisierung als auch Demotrainings durchführen. Orte und Zeiten sind bei den unterstützenden Organisationen oder per eMail zu erhalten.

Wir freuen uns im Übrigen über weitere unterstützende Einzelpersonen!

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